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MTB Altjahrsfahrt 2003

Vor einigen Tagen fragte mich Michu Abplanalp, ob ich nicht Lust hätte bei einer traditionellen Bikerfahrt mitzumachen. Etwas verunsichert habe ich zugesagt, wohlwissend mit dem Gedanken bei den schwierigen technischen Bikepartien als Letzter anzukommen. Als ambitionierten Duathleten, der seine meiste Radzeit auf dem Rennrad verbringt, war mir das Biken nicht so vertraut, ich war also gespannt welche starke Konkurrenz mich erwartete. So trafen wir uns mit Verspätung beim Treffpunkt, der Käserei Liebewil, um etwa knapp Viertel vor Elf Uhr am letzten Dienstag in diesem 2003. Obwohl wir als letzte kamen (der Schuldige haut hier im Moment in die Tastatur!) wurden wir von 14 Bikern und einer Bikerin herzlich begrüsst. Schnell noch die letzten Habseligkeiten bei der Käserei deponieren und los fuhren wir, wie bei einem Bikerrennen in einem Feld. Wir fuhren Richtung Oberried, zwar nicht so weit weil wir bei einem Waldstück rechts abbogen, und runter fuhren, von da an hatte ich bereits die Orientierung verloren, und plötzlich war ich bei einer Feldüberquerung der Letzte. Das beginnt ja spannend zu werden, wie werde ich mich halten können? Mein Glück und des anderen Pech war es, als er einen Platten einfuhr, und so warteten wir bei der Verbindungsstrasse Thörishaus-Mittelhäusern. Die Fahrt verlief weiter entlang der Sense Richtung Laupen. Hier war der "Trail", habe das aus einem MTB-Buch für Anfänger, eisig und es begann mich an die Fingern und Füssen zu frieren. Zum Glück fuhren wir später ins Gelände hinaus, Wald, Stock und Bergauf, und schon hatte ich wieder warme Füsse und Hände. Das Wetter war ideal, trocken und leicht bedeckt, die Temperatur so zwischen 0 und 3 Grad. Eigentlich sehr radfahrbar, also auf den Hauptstrassen trocken und rutschfrei, nur eben im Gelände gab es Schmutz, Schnee und Eis. "Bist du nicht der Dänu?" fragte mich ein Biker, er hiess Sepp und war ein Arbeitskollege, der mich doch trotz der Maskerade, wie die Taucher sie tragen, erkannte. Seit einigen Minuten hatte ich die Orientierung verloren, aber es war fantastisch eine selten besuchte Gegend auf Hasen- und Fuchswegen zu befahren. Hinter René nachzufahren und nichts zu denken, sondern einfach nur fahren und geniessen. Mit der Streckenwahl hatte er eine goldene Hand. Bevor wir einen Break in einer mir unbekannten Beiz in Wileroltigen machten, hatte ich bei einem Singletrail meine Schwächen im Biken feststellen müssen. Da waren die zwei Wurzeln und eine Stufe, die mich aus der Balance brachten, ich verlor die Ideallinie und musste zwischen vier Tannen einen Sturz vermeiden, dennoch schlug mir ein Ast beinnahe den halben Kopf ab. Zum Glück trugen wir Biker alle pflichtbewusst Helme. Beim geselligen Zvieri mit Kaffee, Bier und Sandwiches wurde über die verschiedenen, neuen Radmodelle und welcher nun der beste "Mech" in der Stadt Bern sei, gefachsimpelt. Zurück auf den Bikes, war es im ersten Moment sehr kalt und nach einer kurzen Abfahrt, die wir vorher rauf gefahren sind, ging es quer über einen Feldweg zum Saanesteg, welchen wir überquerten. Von dort fuhren wir nach Buttenried, Heggidorn, einer langen Waldabfahrt mit zum Teil doch sehr viel Eis und schneebedeckt auf dem Schotterweg nach Riedbach und Oberbottigen. Bevor wir nach Oberwangen kamen, gab es einen langen, steilen Trial, der laubbedeckt und mit Steinen garniert war. Ich dachte zuerst, ich sei recht rassig unterwegs als mich Hene mit seinem Freerider in einem Affenzahn überholte und stehen liess. Verrückt, na ja eben Biker! Mit dem aufkommenden Nebel, wobei die Sichtverhältnisse noch gut waren, neigte sich die Altjahresfahrt dem Ende zu. Noch für das Trainingsbuch! Wir bikten ca. 60km in 3 ½ Stunden,und es stürzte niemand, kein Rahmen oder Gabel wurde gebrochen. Ach ja, auch keine Beine(Anmerkung René Hugi:Ha,ha). Im Ziel in Liebewil freuten wir uns alle auf das wohlverdiente und feine Fondue. Die herzliche Bedienung in der Käserei half uns, unsere leeren Kohlehydratspeicher mit dem feinen Fondue, Weisswein und Tee aufzufüllen. Beim Fondueschmaus waren wir uns alle einig; heute hat es einfach "gfägt"!

Daniel Vogt

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